Dienstag, den 06.09. klingelte schon um 7:20 der Wecker, denn Frühstück gab es schon um 7:40. Mehr oder weniger pünktlich und müde schlurften wir dann auch da hin, obwohl ich recht gut geschlafen habe. Nach dieser harten Arbeit (*hust*). Zum Frühstück gab es Porridge (Haferschleim, angeblich eine neuseeländische Spezialität, der mit Kiwi, Zimt& Zucker aber eigentlich ziemlich gut schmeckt und Toast. Außerdem gab es auch super leckeren Honig. Perfekte Stärkung für einen anstrengenden Arbeitstag, denn heute ging es ans Macadamia Nuts ernten (die und Avocados werden hier nämlich angebaut, sowie Gemüse für den alltäglichen Verbrauch). Und das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine scheiß Angelegenheit! Auf den Paddocks, wo die Baumreihen stehen, werden nämlich auch regelmäßig die Schafe raufgetrieben, damit diese die Wiese abgrasen. Und wo bleibt das ganze Gras? Genau, diese kleinen dunkelbraunen Haufen, die auch zwischen Laub und Nüssen liegen. Also müssen 2 Leute die Nüsse, das Laub und die Schei*e zusammenhaken, während die anderen beiden die Nüsse aufsammeln. Eine dumme Aufgabe für den Rücken, die Knie und die Nase. Aber ich will mich ja nicht beschweren. 2 große Paddocks haben wir an diesem Vormittag geschafft und mit den wirklich voll beladenen Schubkarren ging es über diese riesigen grounds wieder zurück zum Haupthaus. Erst jetzt merkten wir, wie groß die Farm wirklich war. Außerdem waren die Paddocks total verwinkelt und sahen alle gleich aus. Man musste echt aufpassen, dass man durch das richtige Tor ging. Pünktlich zum Mittagessen (Gemüse, Fleisch, Salat) kamen wir dann auch an und Daniela meinte, dass Chris nicht zum Essen kommt, denn er muss die Schwänze von den kleinen Lämmern abschneiden müsste. Schafe haben normalerweise Schwänze, die stören allerdings, also werden sie „gestutzt“, means abgehackt! Ok, ich erspare mir meinen Kommentar…Beim Mittag lernten wir dann auch Bianca kennen. Sie arbeitet montags, dienstags und mittwochs auf der Farm und die restlichen Tage freiwillig in New Plymouth bei der Rugby WM. Sie bot an, uns Karten für das Spiel USA vs. Irland am Sonntag zu besorgen, denn es gab noch reichlich. Das würde sehr gut passen, denn da geht auch Chris & Cassia hin und sie könnten uns nach Waitara mitnehmen und wir würden zusammen den Bus zum Stadion nehmen. Ein sehr verlockendes Angebot, auch weil die Karten (Stehplätze) nur 30$ kosteten (17€, seeehr billig für ein WM Spiel, wenn man in Deutschland für Bundesliga Tickets schon 30€ bezahlen muss). Wir sagten, dass wir es uns nochmal überlegten und ihr heute Nachmittag Bescheid sagen würden.
Nach dem Mittag ging es weiter und wir mussten die frisch gesammelten Nüsse durch die Schäl- und Sortiermaschine schicken. Das war eine sehr entspannende Fließbandarbeit. Das könnte ich den ganzen Tag machen :D Um 14:30 hatten wir dann Freizeit und ich beschloss meiner Mama eine Lebenszeichen- SMS zu schreiben, wo wir doch hier kein Internet haben (großer Schock!!!). Ich durchsuchte meinen Rucksack, meinen Koffer und die Sachen, die vor meinem Bett lagen, doch von meinem Handy keine Spur! Leichte Panik stieg in mir auf. Wo war mein Handy?? Ich konnte mich noch dran erinnern, dass ich es zum Frühstück in meiner Hosentasche hatte. Bin ich etwa damit ernten gegangen? Wahrscheinlich! Dann musste es irgendwo auf dem Paddock liegen. Auf diesem riesigen Paddock mit den tausend Laubhaufen und der Schafscheiße. Suuuper Svenja, sowas kann auch nur mir passieren! Ziemlich deprimiert meldete ich mich bei den anderen WWOOFern ab, mit der Begründung, ich müsste mein Handy suchen. Mitleidige Blicke. „Bist du dir sicher, dass du es da verloren hast?“ und „Hast du alles andere abgesucht?“ Fragen… Mit ihrer Versicherung, dass sie gleich nachkommen würden und suchen helfen, in den Ohren machte ich mich auf den Weg zu dem Paddock, den wir heute Vormittag bearbeitet hatten. Nach nur 2x falsch abbiegen kam ich auch endlich dort an und fing an zu suchen. Und suchte…und suchte….und suchte… eine ¾ Stunde später war von meinem Handy immer noch keine Spur zu sehen und leichte Verzweiflung machte sich breit. „Ach 30$ für ein neues Handy hast du jetzt auch noch“, redete ich mir ein, trotzdem hing ich an dem Ding. Immerhin waren alle Nummern da drin. Argh! Auch die Jungs, die endlich eintrafen fanden nichts, boten jedoch an nochmal zurückzufahren und mein Handy mal anzuklingeln. Vielleicht würde das ja helfen! Und wie sich herausstellte tat es das auch! Anscheinend hatte ich nach dem Frühstück für die Arbeit die Hose gewechselt und mein Handy lag seelenruhig auf dem Bett in dieser Hosentasche! Also viel Aufregung um nichts! War ich froh, dass es nicht unter Schafkot begraben auf den nächsten Schauer wartete (der hier nie sehr lange auf sich warten ließ). Dumm war allerdings nur, dass ich durch meine unnütze Suchaktion Bianca verpasst habe und mir daher keine Karten bestellen konnte. So ein Müll!! Der Rest des Tages verlief relativ ereignislos, aber eine SMS konnte trotz wieder erlangten Handys nicht schreiben aufgrund mangelnden Empfangs -.- Noch mehr Müll!
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