Freitag, 10. Februar 2012

Ende des Roadtrips und wieder Hostelleben


Die Tage danach verbrachten wir damit nach Norden zu fahren. Mit kürzeren Stopps und Dunedin, den Moeraki Boulders (kugelrunde, riesige Steine am Strand) und Christchurch sind wir in Kaikoura angekommen. Eine Stadt die einzig und allein bekannt für die Wasserwelt bekannt ist. Man kann Whale- Watching machen, mit Robben oder Delfinen schwimmen, Tauchen, Angeln oder Albatrosse (größte Vögel der Welt) beobachten. Wie entschieden uns für ersteres und bestiegen unser kleines Boot mit der Warnung, dass es ein wenig Seegang wäre, aber alles noch ‘pleasant‘ wäre. Na ja. Als ‘pleasant‘ hätte ich das Geschaukel jetzt nicht bezeichnet und ein paar Mitreisende sahen das anscheinend ganz und gar nicht so, denn die verbrachten die meiste Zeit, leicht grün im Gesicht in der Innenkabine. Und dabei gab es viel zu sehen! Sobald man erstmal ein bisschen Abstand zwischen sich und die Küste gebracht hat (in diesem Falle ung. 9 Meilen) überquert man nämlich den Kaikoura Canyon, dort geht es 800  Meter in die Tiefe: der perfekte Lebensraum für Pottwale, die wir auch zu Gesicht bekommen haben. Echt beeindruckend und auf jeden Fall eine ganz besondere Erfahrung. Auch weil wir einen Blick auf die berühmte Fluke erhaschen konnten! Außerdem sahen wir auch noch Albatrosse und Seelöwen um Wasser herumtollen.
Die restlichen Tage in Kaikoura verbrachten wir mit Shoppen (Souvenirs für dir Daheim Gebliebenen!), Minigolf spiele und wandern. Haben zum Beispiel den Kaikoura Penisula (Die Halbinsel vor der Stadt) Walkway gemacht.
Am Mittwoch machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Christchurch gemacht, der  Flieger von meiner Mutter ging nämlich am Freitag, also noch reichlich Zeit. Allerdings schien es kein freies Motel in ganz Christchurch zu geben und wir mussten auf ein Bed&Breakfast in einem Vorvorort ausweichen. Wir wohnten bei einer netten älteren Dame, wo wir ihr beim Puzzlen helfen konnten (was ich auch erfolgreich gemeistert habe) und ihre Lieblingsserie mit anschauen durften. Alles in allem ein echt netter Aufenthalt mit Kiwi- Faktor!
Natürlich durfte auch ein Abstecher in die größte Stadt der Südinsel (Christchurch) nicht fehlen (300 000 Einwohner). Das war allerdings ein bisschen komisch, denn im Februar war dort ein schweres Erdbeben und deshalb ist das komplette Citycenter zerstört und dementsprechend gesperrt. Ziemlich komisch eingestürzte Häuser zu sehen und teilweise sehen die Böden so aus als wären Blasen drin. Als wir dort waren (oder eher bei der alten Dame) gab es auch ein Erdbeben, allerdings nur 4,0 und wir haben nichts gespürt. Leider, denn irgendwie möchte ich das schon einmal miterleben.
Ach, und im Antarctic Center waren wir auch noch. Ist zwar etwas für Touristen (und man kann super süße, kleine, blaue Pinguine sehen) aber in Christchurch starten wirklich alle Reisen in die Antarktis, denn es ist die größte Stadt in der Nähe. War auf jeden Fall cool und wir waren mitten im Sommer in einem Schneesturm und konnte mich fühlen wie zu Hause!!
So und jetzt nachdem ich wieder alleine und meine erste längere Strecke (140 Kilometer) ganz alleine ohne Unfall gefahren bin, bin ich wieder in Kaikoura und bleibe da erstmal die nächsten paar Tage. Gucke, ob ich hier einen kleinen Job oder einen WWOOFing Platz finde, denn die Saison für das Apfelpflücken geht erst im März los und bis dahin muss ich die Zeit noch ein bisschen rumkriegen!

Fotos kommen, wenn genug freies Internet da ist :D

Love, Svenja :)

Samstag, 4. Februar 2012

South Island!! :)


Hey, Leute zu Hause! Weiter geht es mit dem Roadtrip in Neuseeland und es gibt viel zu erzählen. Nachdem wir uns (oder eher ich) vergebens mit dem Verkehr in Wellington (NZ’s Hauptstadt) gemessen und dann schließlich doch in einen Vorort ausgewichen sind waren wir ein bisschen geplättet! Schließlich hatten wir einen langen Tag und haben Schausplätze von Herr der Ringe besucht, die eh grade auf dem Weg lagen. Vielleicht sagt euch ‘Rivendell‘ etwas? Auf jeden Fall sind wir dann nur auf einen kurzen Abstecher in die City gekommen, wo mir auch der erste unfreundliche Busfahrer (oder eher Kiwi) begegnet ist. Aber vielleicht lag es auch daran, dass ich der netten Dame mitten in der Rushhour bestimmt ein halbes Kilo Kleingeld mit den Worten ‘Das sind bestimmt $9‘ in die Hand gedrückt habe. Naja drücken wir mal ein Auge zu! Abgesehen davon war Wellington ein voller Erfolg: Wir hatten super Wetter. Keine einzige Wolke und sogar nicht zu windig (was im ‘windy welly‘ schon etwas heißen will): Das komplette Gegenteil zu meinem letzten Besuch! Man konnte den Tag mit einem leckeren Eis, das hier übrigens echt sehr sehr gut ist, am Hafen in der Sonne ausklingen lassen. Das sollte übrigens der letzte Tag auf der Nordinsel sein, denn den Tag danach ging es mit der Fähre rüber auf die Südinsel. Die Überfahrt, Cook-Strait- nach dem Entdecker Neuseelands James Cook benannt, dauerte ca. 3 ½ Stunden und mir wurde schon gesagt, dass sie echt schön sein soll, besonders das letze Drittel, wo man durch den Queen Charlotte Sound (Fjord) kreuzt. Also hofften wir auf schönes Wetter und da hat sich Neuseeland selbst übertroffen. Warm und keine einzige Wolke am Himmel! Es war einfach unglaublich schön! Es sah genauso aus, wie man sich Neuseeland vorstellt und vielleicht noch ein bisschen schöner. Grüne Berge ragen aus türkisfarbenem Wasser, kleine versteckte Buchten mit traumhaften Stränden und azurblauer Himmel! Aber ich will ja kein Neid aufkommen lassen! Auch Picton, dort wo die Fähre angekommen ist, war echt süß! Ein kleines Städtchen im Fjord mit super Ausblicken und netten Bars. Eigentlich wollte ich da gar nicht mehr weg, aber es musste noch die andere, und nach dem jetzigen Eindruck auch schönere, Hälfte des Landes erkundet werden. Also waren wir wieder ‘on the road‘ und unser nächstes Ziel hieß Abel Tasman Nationalpark, der meistbesuchte Nationalpark in NZ und das sollte schon was heißen. Wie gewohnt wurden wir nicht enttäuscht! Wolkenloser Himmel und Temperaturen, dass man sich einfach nur an den Strand legen möchte! Und davon gab es dort genug. Buchten und Farnenwälder wechselten sich ab. Dazu türkisfarbenes, glasklares Wasser und schöner Sand! Wanderungen durften allerdings nicht fehlen und von den erklommenen Felsen hatte man wunderschöne Ausblicke. Außerdem hatten wir noch die Aktivität auf dem Plan, die man dort einfach gemacht haben MUSS: Sea Kajaking! Und mit der Versicherung, dass die Wahrscheinlichkeit zu kentern bei unter einem Prozent liegt, paddelten wir wagemutig los und erreichten unser Ziel, den ‘Split-Apple Rock‘ (ein runder Felsen, der einmal in der Mitte auseinander gebrochen ist und jetzt aussieht, wie ein geteilter Apfel) ohne Probleme. Auf dem Rückweg kam allerdings Wind auf und bei der letzten Etappe, kurz vorm Strand, also wo wirklich jeder es sieht passiert es: Und nein, ihr habt euch jetzt zu früh gefreut, denn nicht wir sind gekentert, sondern das Kajak neben uns! Die Böe war aber auch wirklich gemein aber glücklicherweise haben alles es überlebt (war auch nicht so lebensgefährlich)!  Trotzdem (oder gerade deswegen??) hat es viel Spaß gemacht. Hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Weiter ging es dann an der Westküste entlang. Robbenkolonie und schöner Leuchtturm inklusive. Dieser Abschnitt hat auch ordentlich was zu bieten! Es ist einfach unschlagbar an der Küstenstraße entlang zu fahren. Rechts sieht man die raue Küste mit meterhohen Wellen, schwarzen Stränden und Klippen und auf der linken Seite, direkt neben der Straße erstreckt sich Regenwald mit Farnen, Palmen und allem was das Herz begehrt. Man wird an jeder Haltebucht dazu verleitet anzuhalten und Fotos zu machen, weil es einfach nur schön aussieht! Haben wir auch ziemlich oft gemacht. Außerdem haben wir die Pancake- Rocks besucht. Felsen, die so aussehen, wie ganz viele Pfannekuchen übereinander gestapelt. Und wenn hohe Wellen kommen, spritzt die Gischt schonmal meterhoch in die Luft.
Weiter südlich konnten wir dann schon mal einen Blick auf den höchsten Berg NZ’s werfen, Mt Cook (wieder nach James Cook benannt). Er liegt mitten in den Alpen deren Gipfel auch im tiefsten Sommer noch mit Schnee bedeckt sind. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen einen 30 minütigen steilen Anstieg zu bewältigen und dann den Sonnenuntergang weit über der Küste mit Blick auf die weißen Berge zu bestaunen. Das war einfach nur magisch!
Den Tag danach war dann der Franz- Josef Gletscher bereit von meiner To- Do- Liste abgehakt zu werden. Übrigens ein sehr ungewöhnlicher Name für einen ort im englischsprachigen Land, aber der Eisklotz wurde nach einem österreichischen Kaiser benannt. Warum auch immer. So genug Fakten! Um zum Gletscher zu gelangen musste man erstmal sehr lange laufen, denn der zieht sich nämlich wegen dem Klimawandel immer weiter zurück. Endlich angelangt war es trotz des schlechten Wetters (Regen) ziemlich beeindruckend und zusammen mit den hohen Bergen wirkte es irgendwie mystisch.

Den Tag danach dann vorbei an 2 riesigen Seen, mal wieder wunderschön und sie sahen echt aus wie gemalt, als wenn irgendjemand eine riesige Leinwand an den Horizont gepinnt hätte, ging es dann weiter Richtung Queenstown. Eine echt schöne Strecke mit unglaublichen Ausblicken. Leider muss man immer so viel auf die Straße gucken und kann die Landschaft nicht soo genießen
:(
Und jetzt sind wir kurz vor dem Milford Sound (auch ein Fjord, allerdings im Süden der Insel) und morgen wird der unsicher gemacht! Hoffen wir auf gutes Wetter!!
...
Ein paar Tage später kann ich sagen: Milford Sound lohnt sich echt die lange Fahrt. Erstmal liegt es sehr weit im Süden, d.h. man muss ein bisschen Zeit (und Geld) einplanen, um hin zu kommen.Außerdem ist die eigentlich Straße zum Fjord hin (ca. 120 Kilometer) kurvenreich und teilweise echt steil. Mein armes kleines Auto.... Aber es war echt eine richtig schöne Strecke. Im Laufe des Morgens klarte es auf und während des Fahrens hatte man umwerfende Ausblicke auf schneebestäubte Berge, Seen, Wasserfälle und Gletscher! Richtig super und Milford Sound selbst konnte mit vorher genanntem locker mithalten. Wenn kein Wind ist spiegelt die glatte Oberfläche des Wassers perfekt die Berge, die einfach Kilometerhoch aus ihm herausragen wider. Alles sieht ziemlich majestätisch und idyllisch aus. Wären da nur nicht die Herrscharen von Touristen, aber das konnte man auch noch verschmerzen. Gehört man ja irgendwie auch selber dazu (auch wenn man es nicht wahrhaben mag ;))
Auf jeden Fall ein gelungener Ausflug, der mit einer viieel zu voller Kameraspeicherkarte endete!:)

Cheers,
Svenja