Montag, 12. September 2011

Die Farm!

Montag, 05.09. mein vorerst letzter Tag in Auckland fing sehr früh an. Um 6.30 Uhr, um genau zu sein. Ganz leise, um meine neuen Mitbewohner nicht zu wecken (3 Amerikaner, die sich einen Campervan gemietet hatten, um zu den Rugbyspielen der USA zu fahren) packte ich meinen Koffer zuende, schlich mich aus dem Zimmer, checkte aus und setzte mich ans Frühstück. Das Weißbrot hing mir schon nach 4 Tagen aus dem Hals heraus. Na Prima. Wie sollte ich das 10 Monate aushalten? Um halb 8 ging es dann auf zur Bushaltestelle. Laut der Frau am Ticketstand sollte diese direkt am Skytower sein. Also 2 Straßen weiter. Wir waren recht zuversichtlich, dass wir sie ohne Probleme finden würden, immerhin war Auckland nicht sooo groß. Naja nach mehreren Nachfragen, aber ohne (!) Verlaufen haben wir sie dann auch pünktlich gefunden. Zum Glück sind Kiwis so hilfsbereit!
Die Busfahrt an sich war relativ unspektakulär. Das Wetter war so…Nebel, Sonne, Regen, Sonne, Wolken, Nebel…typisch Neuseeland! Wenn ich nicht gerade geschlafen habe, konnte man sehr gute Fotos schießen, denn die Landschaft ist teilweise echt großartig. Das Meer sah für hier früher Frühling schon ziemlich einladend aus. Auffallend war jedoch, dass wir mehr Kühe als Schafe gesehen haben. Überall Kühe! Und ich dachte, man würde hier NUR Schafe sehen. Naja in ein paar Stunden würde ich mehr als genug davon haben…
Nach 5 Stunden Fahrt, eigentlich relativ wenig, wenn man bedenkt, dass wir halbe Nordinsel überquert haben, kamen wir heile in Waitara an. Eine sehr kleine Stadt, die nur das Nötigste hat: Einen Supermarkt, ein paar Pubs & Restaurants, einen Liquor Store. Und das Wichtigste: Eine Library! (freies WiFi!!) Von dort aus sollten wir von den Farmern abgeholt werden, die allerdings schon 5 Minuten zu spät waren. Doch dabei muss man sich nichts denken, hier kommt fast nie jemand pünktlich (man denke an die Elektriker am Sonntag) und während des Wartens trafen wir noch zwei weiter WWOOFer, die zufälligerweise auch zu unserer Farm wollten (auch beide deusch -> wieder keine english skills improven :D ). Bald darauf kam dann auch Chris, ein älterer, bärtiger Mann und begrüßte uns relativ freundlich. Er brachte uns zur Farm, die 10 Autominuten von Waitara und am Arsch der Welt lag. Aber naja, war ja nicht für immer! Außerdem machte er einen freundlich Eindruck. Auf der Farm angekommen zeigte er uns unsere Unterkunft, über dem Holzschuppen (anscheinend alles selbst zusammen gebaut, so wie die Hütte wackelt!) und meinte, wir sollten uns unsere Arbeitsklamotten anziehen und in 10 Minuten unten stehen. Gut, dass ich Arbeitsklamotten eingepackt habe…nicht! Also schnappte ich mir die älteste Hose und den ältesten Pulli und wir reihten uns vor dem Holzschuppen auf. Wir waren alle mehr oder weniger motiviert gleich zu arbeiten. Eher weniger. Wir dachten wir könnten den ersten Tag ein bisschen chillen. Naja man muss sich ja sein Essen auch verdienen und so bestand unsere Aufgabe darin Holz zu hacken und zum Trocknen aufzustapeln. Dass der Stapel von Thorsten und mir eiskalt umgekippt ist, hat Chris zum Glück nicht mitbekommen und so meinte er nur begeistert: „Good work with the wood today, guys!“  als wir frisch geduscht und etwas wacher zum Abendessen erschienen. Es stellte sich heraus, dass seine Frau Daniela vor 25 Jahren aus Deutschland hierher kam und sie beide zusammen eine kleine Tochter Cassia (6) haben. Außerdem leben auf der Farm 1500 Schafe (Zahl steigend, weil Frühling), 2 Pferde, 2 Hunde, 4 Hühner, 4 Enten, viele Truthähne und ein kleines Zicklein auf 60ha. Eine sehr, sehr kleine Farm für neuseeländische Verhältnisse.
Viel konnte man abends hier nicht machen, also zogen wir 4 uns einen Film (Gesetz der Rache) rein und gingen dann schlafen. 


Schafe :)

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