Montag, 19. März 2012

Was passiert, wenn man einfach nur angeln fahren will!


Hallöchen nach Hause. Hier stauen sich jetzt schon ein paar Blogeinträge an, die endlich mal online gestellt werden wollen. Jetzt ist es endlich so weit!
Nach dem Wandern war es wieder an der Zeit für einen Bootsausflug und so ging es am Samstag auf zum Hochseeangeln mit David. Ja, ihr habt richtig gelesen: ich geh angeln! :D Wir also wieder mit „Rockabilly“ (so heißt das Boot) los und sind grade ein paar Minütchen gefahren, als wir gar nicht so weit von uns entfernt die Whale Watching Boote fahren sehen. „Da müssen dann wohl Wale sein“, dachten wir uns und auf gings. Wir lagen goldrichtig und hatten Glück. Genau an dem Tag tummelten sich die Pottwale richtig nah vor der Küste und dümpelten im Wasser rum. Zwar hab ich schonmal Whale Watching hier in Kaikoura gemacht, aber dort saß ich auf einem großen Boot und es ist irgendwie was ganz anderes wenn man in einer kleinen Nussschale direkt neben so einem riesigen Tier schippert! Insgesamt sind wir auf 4 Wale getroffen und es war einfach unglaublich. Teilweise waren wir das einzige Boot in der Nähe und ganz ungestört mit den Meeressäugern!
Total glücklich wollten wir eigentlich anfangen zu angeln, doch wieder wurden wir unterbrochen. Diesmal von einer Schule Delfinen, die anscheinend Interesse an unserem Boot gefunden hatte. Man hat sich gefühlt wie bei Titanic, als sie mit uns mitgeschwommen sind und vor dem Bug Luftakrobatik gemacht haben. Echt superschön diese Tiere! Aber es wird noch besser: Da wir vorsorglich gleich Badesachen mitgenommen haben meinte David: „Na, dann könnt ihr ja jetzt Delfinschwimmen machen!“ Ich also mutig als Erste gleich ins Wasser gesprungen (Natürlich dummerweise mit meiner Uhr, wie ich später bemerkte, aber egal: da waren Delfine!!!) und es war einfach nur wunderbar! Sie waren so neugierig also kamen sie richtig nah an einen ran auf fast nur einen halben Meter und schwammen neben einem und unter einem herum. Man hätte sie fast anfassen können, allerdings sind die ganz schön flink. Und gar nicht so klein. Schon ein bisschen unheimlich, wenn das Wasser unter einem einen Kilometer tief. Man fühlt sich ganz hilflos, aber die Delfine taten ja nichts. Außerdem wurde uns gesagt, dass sie noch näher herankommen, wenn man singt oder irgendwelche anderen Geräusche macht. Wir also total dämlich mit Kopf unter Wasser irgendwelche Lieder (Backstreet Boys) gesummt! Naja, hat ja keiner gehört, außer die Delfine. Fanden sie aber auch eher geht so cool! Wie auch immer. Als die Schule dann genug von unseren Gesangskünsten hatte und weiterzog (viel zu schnell, wie ich fand) kletterten wir wieder ins Boot. Ein sehr eleganter Akt, denn man muss sich mit dem Armen ins Boot ziehen und hängt immer total erschöpft auf der Kante wie ein gestrandeter Wal oder so, aber naja.
Jetzt ging es aber wirklich zum Angeln! Auf dem Weg zu Davids „Secret Spot“ trafen wir nur noch ein paar Seelöwen, die uns zugewunken haben! Lustige Viecher.
Ich als Vegetarier unglaublich motiviert ließ also meinen Köder ins Wasser (ungefähr 100m  in die Tiefe) und die anderen taten das Gleiche. Allerdings mussten wir nicht lange warten sondern nach ein paar Sekunden hat schon gleich einer angebissen. Hat mich ziemlich überrascht! Das schlimmste war jetzt allerdings die Beute an die Oberfläche zu bekommen. Windet mal 100m Schnur + Fisch wieder auf. Ja, meine armen Arme! Nach gefühlten Jahren kam mein Fang dann ans Licht: Orangene, stachelige Fische mit großen, süßen Augen. Ich fühlte mich irgendwie schlecht, doch glücklicherweise waren meine beiden (Ja, es waren 2 an der Schnur) zu klein und ich konnte sie wieder in die Wildnis entlassen. War allerdings auch nicht so leicht, denn unser Boot wurde von hungrigen Albatrossen belagert, die versuchten und die frisch gefangenen Fische vom Haken zu klauen. Dumme Geier!
Angelnd ging dann auch die Zeit hin und nachdem ich einen ganz besonderen Fisch gefangen hatte (Blue Cod) war David zufrieden mit der Ausbeute (bestimmt 25 Orangene) und wir mit unserem Tag! Zwischendurch tauchten nämlich immer wieder Delfine auf und ich bin mir ziemlich sicher, dass mir einer den Fisch vom Haken geklaut hat, Schwein!
Nachdem wir dann das Boot von dem allgegenwärtigen Fischblut befreit und das baldige Abendessen in die Kühlbox befördert hatten ging es dann mit einem letzten Blick auf springende Delfine wieder Richtung Heimathafen!
Ich würde sagen es war ein ziemlich perfekter Tag und das Angeln hat sogar richtig Spaß gemacht!

PS: An meine besorgte Mutter: Meine Uhr funktioniert noch!
J

Wasserski, Mörderwandern oder ein Flatmate der uns umbringen wollte...


Wasserski, Mörderwandern oder der Flatmate, der uns umbringen wollte
Halli Hallo ihr lieben Leutchen. Wie man aus der Überschrift entnehmen kann, habe ich jetzt mehrere mehr oder weniger gefährliche Aktionen überlebt, aber ich fange mal von vorne an: David, mein Arbeitskollege der unter uns wohnt und nur manchmal ein bisschen angepisst von unseren Wg-Partys ist hat uns endlich mal auf sein Boot eingeladen. Obwohl es draußen ziemlich stürmisch und rau aussah meinte er, dass es gar nicht so schlecht für Wasserski sei. ‘Oookay, er muss es ja wissen‘, dachten wir uns und ließen die Chance auf eine solche Aktivität nicht an uns vorbeiziehen. Begeistert stimmten wir zu und ließen gleich erstmal den Lunch aus, aus Angst vor womöglicher Seekrankheit. Die Wellen sahen echt ziemlich hoch aus! Am Pier wurde dann das kleine Bötchen ins Wasser gelassen (es war wirklich nicht groß) und wir machten uns auf den Weg. Wir steuerten die „South Bay“ an, die im Gegensatz zu unserer Bucht ziemlich ruhig war. Fast keine Wellen, super! Wenige Minuten später haben wir uns auch die $100 für den Albatross- Encounter gespart, denn wir fuhren mitten in eine Gruppe der größten Vögel der Welt. Die sind echt riesig, vor allem, wenn sie nur einen Meter von einem entfernt ihre 3m Flügel ausbreiten!
Kurz bevor es losging schlüpfte ich dann in meinen neu erworbenen Neoprenanzug ($5 von der örtlichen Müllkippe), der nur ein klitzekleines Löchlein hatte (Faustgroß am A**** aber nun ja). Ich war als erstes an der Reihe und stürzte mich mehr oder weniger freiwillig ins kühle Nass. Jetzt hieß es im Wasser die Ski anziehen, was sich als gar nicht so leicht erwies. Aber es wurde noch schwerer, denn Wasserski ist gar nicht so leicht, wie es aussieht. Man muss sich in Fötusstellung irgendwie aufrecht im Wasser halten und versuchen nicht unterzugehen und sich dann so weit ziehen lassen bis man irgendwelche „Bubbles“ erreicht, die das Boot hinter sich herzieht. Dann richtet man sich sozusagen von selbst auf. Soweit die Theorie. 10 Versuche, Liter geschluckten Salzwassers und einige peinliche Momente später hatte ich es immer noch nicht geschafft :D Hmm. Man fällt immer vorne über und mit Kopf voraus direkt ins Wasser, weil das Boot einen ganz schönen Zahn drauf hat. Naja richtig auf den Brettern gestanden hab ich jetzt nicht, aber es hat trotzdem einen Riesenspaß gemacht und die Kulisse war wunderbar. Schneebedeckte Berge und so!
J
Am Ende war David der einzige der es geschafft hat und ich konnte sogar das Boot lenken und sage und schreibe habe ich es nicht zu Schrott gefahren. Bootfahren macht richtig Fun! Jederzeit wieder gerne!
J

Aber jetzt zu der eindeutig schlimmeren Aktivität. Wandern! Bei der Arbeit fragte mich David, ob Merle und ich denn Lust hätten am Nachmittag mit ihm wandern zu gehen. „Na klar“, sagte ich, hatte aber seine Bemerkung, dass es „hard walk“ wäre nicht gehört. Unwissend und uns freuend fuhren wir also mit ihm zum Mt. Fyffe, stellten mein Auto (nachdem wir mit ihm, wie mit einem richtigen Jeep, einen Fluss durchquert hatten (da hat er sich gefreut)) am Carpark ab. Merle und ich gingen schonmal zuversichtlich zum Anfang des Tracks, doch David meinte nur:“ Nee, der Track ist doch viel zu langweilig! Wir gehen woanders hoch!“ Und dann gings los: Über gefühlte 10 Stracheldrahtzäune sind wir geklettert, haben uns durch einen halben Meter hohes Gras gekämpft über/ durch Flüsse gesprungen, durch Moor gestapft bis wir endlich an seinem sogenannten „Track“ angekommen sind. Das war ein Pfad für Jäger und bestand hauptsächlich aus einem 60° Anstieg mit Felsen und Baumstämmen zum rüberklettern. Ohne Witz, ich dachte echt ich sterbe. Einmal wäre ich fast in den Tod gestürzt als plötzlich ein Abhang direkt neben mir auftauchte. Unsere Kondition war auch ein bisschen im Eimer nach 6 Monate ohne Sport und David sahen wir nur selten, wenn er mal auf uns wartete :D Wenn dann mal der Pfad aufhörte und man nur noch Büsche vor sich sah, haben wir immer durch die Gegend geschrien und die Richtung aus der die Antwort kam, war wohl richtig… Bei der erste Pause nach einer Stunde, dachten wir ehrlich wir sterben bald und David will einfach nur seine Mitbewohner loswerden! Besonders nachdem uns gesagt wurde, dass es noch viel steiler wird und wir bald auf allen Vieren den Berg hochklettern müssen. Prima! Außerdem waren im Wald überall stechende Pflanzen, die sogar Jeans aufgerissen haben. Wir konnten nicht mehr wir haben einfach nur gelacht, weil wir so verzweifelt waren. Die ganze Zeit dachten wir, wir sind bestimmt gleich da… Ja klar! :D
Als wir endlich so hoch gekraxelt waren, dass wir die Bäume hinter uns gelassen haben hatte man allerdings eine super Aussicht. Die gesamte Kaikoura Peninsula lag vor uns und kam einem plötzlich richtig winzig vor. Und auf der anderen Seite erstreckten sich die schneebedeckten Berggipfel. Wunderschön. Davon angespornt wurden die inzwischen unglaublich schmerzenden Beine ignoriert und wir zogen uns nur noch an den ganzen Büschen hoch. Von denen gab es genug denn jetzt gab es gar keinen Pfad mehr, nur noch Gestrüpp! Und dann war es endlich so weit: Nach 3,5 Stunden steilen Bergsteigens erreichten wir die Hütte! Glücklich machten wir Picknick und kamen gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Super Kulisse!
Stolz bewältigten wir den 2 stündigen Abstieg und der war echt langweilig. Es gab nämlich einen richtigen Wanderweg. Waren wir gar nicht mehr gewohnt :D
Den geplanten Pub- Abend haben wir dann komischerweise nicht mehr geschafft, sondern sind einfach nur ins Bett gefallen! Und vom Muskelkater am nächsten Tag fange ich erst gar nicht an :D Trotzdem war es irgendwie schon lustig und alles für den Sonnenuntergang in 1100 Meter Höhe hat es sich schon gelohnt
J

Freitag, 2. März 2012

Neues Zuhause- Kaikoura :)


Halli Hallo. Wie man schon an der Überschrift sehen kann, habe ich mich wieder an einem Ort niedergelassen! Und zwar in Kaikoura, der Whale Watching Stadt Neuseelands. Ziemlich perfekt wie ich finde! Und, um nicht den ganzen Tag rumzusitzen und auch ein bisschen Geld zu verdienen habe ich mich auch gleich mit einer Freundin auf Jobsuche begeben. Zum Glück war die Stadt nicht so groß, denn unsere Suchmethode hieß: Mit Lebensläufen in jedes Restaurant, Motel, Hotel und Bar zu rennen und nach Jobs fragen. Dummerweise war die Saison grade mitten im Gange und die meisten Betriebe hatten schon das gesamte Personal. Doch am Ende des Tages hatten wir ein Vorstellungsgespräch in einem kleinen Supermarkt/Eisdiele am nächsten Morgen. Schonmal ein Anfang! Aus akutem Geldmangel allerdings verbrachten wir die nächste Nacht nicht im einem warmen Bett im Hostel sondern mussten Campen. Wir, das heißt die alten Wally’s Leute aus Napier, die auch den Sprung auf die Südinsel geschafft hatten! Und es stellte sich als gelungener Abend heraus, denn mit warmen Lagerfeuer war es gar nicht mehr so kalt und in meinem Auto kann man echt komfortabel Schlafen. Einziger Nachteil: Den nächsten Morgen mussten wir an der Tankstelle duschen, wo nach gefühlten 30 Sekunden das heiße Wasser abgeschaltet wurde. Naja, das Vorstellungsgespräch lief OK und wir wurden zum Testarbeiten am nächsten Tag geordert. Super! J
Mit der Hoffnung auf neues Geld verbrauchten Marie und Ich unser letzes Gespartes für ein Bett im Hostel und bekamen prompt einen 2. Job. Cleaning in einem Motel. Die Besitzer sind echt nett und vom nächsten Tag ab an mussten von 9am bis am Nachmittag putzen (Ich verpasste mein Testarbeiten, shit). Sehr geil und wir bekamen sogar mehr als Mindestlohn. Und jetzt das Beste: Wir konnten sogar in eine WG vom Besitzer einziehen für nur $150 die Woche (zu zweit). Ung. Die Hälfte von dem, was man im Hostel bezahlen würde. Begeistert stimmten wir zu, konnten jedoch erst in 3 Tagen einziehen. Mist :D Und eigentlich wollte ich aus dem Hostel auch gar nicht weg, weil es richtig schön ist. Das 3. Beste in ganz Ozeanien, mit Chill-Out Area, Malecke und freiem Kakao :D Und da die Besitzer grade am Rumreisen sind, leiten es Backacker. Alles ist ziemlich relaxed. Wie auch immer lief unser erster Arbeitstag recht gut. Das Motel hat 35 Räume und davon ein paar Luxussuiten mit Spa und allem. Kann man beim putzen schonmal neidisch werden. Marie und ich meisterten die Aufgaben auch recht gut und das Team ist echt nett, obwohl sie teilweise so schnell reden, dass man „nada“ versteht und man öfter mal komplett ohne Plan rumsteht und nicht weiß, was man machen soll. Aber naja. Ansonsten: perfekter Job!
J
Unseren Stammpub haben wir auch schon und die Stadt ist richtig geil klein. Jedes Mal wenn man „shoppen“ geht, trifft man irgendwen und man kennt bestimmt schon die Hälfte der Einwohner :D
Im Laufe der Woche sind wir in unsere Flat (WG) eingezogen und sie ist einfach perfekt. Nicht weit weg von unserer Arbeit und der Stadt und direkt am Strand. Das heißt Meerblick und wenn das Wetter mitspielt sogar Bergblick. Einfach nur Atemberaubend, besonders Abends und Morgens. Gestern lag im Gebirge sogar Schnee! Ich kanns kaum erwarten, wenn es kälter wird und er liegen bleibt!
Und da in Kaikoura Dusky- Delphine und Hektor- Delphine zu Hause sind sieht man auch regelmäßig größere Schulen durch die Bucht, vor unserem Fenster, vorbeiziehen und man kann ihnen bei der Sprungakrobatik zugucken. Die springen nämlich echt hoch und machen Drehungen und alles. Richtig cool. Manchmal kommen auch Orcas und Humphack Wale richtig nah an die Küste zu fressen. Hoffentlich sehen wir die auch nochmal.
Noch ein Vorteil an der Flat: Man spricht fast nur Englisch. Yes! :D Außerdem haben wir immer einen gefüllten Kühlschrank, denn alles, was wir im Motel finden können wir mitnehmen :D
Alles in allem ist Kaikoura richtig cool und ich werde wohl noch ein bisschen hier bleiben. Und unser schottischer Untermieter, ein Arbeitskollege hat sogar Boot + Wasserski. Vielleicht lässt sich da ja mal was machen. Ich glaube wir laden ihn mal auf Kaffee+ Kuchen ein. Marie muss eh einen Backen, weil sie im Motel ein Weinglas gesmashed hat. Ich liebe diese Arbeit! :D